Antworten aus über 30 Jahren Praxis – zu Körnung, Feuchte, Förderung und Verbrauch.
Themen
Nach DIN 18560-2 müssen Ausgleichsschichten im eingebauten Zustand eine gebundene Form aufweisen. Für den Holzbau gelten darüber hinaus schärfere Anforderungen gemäß Holzbau Handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1.
Durch das spezifische Schwingungsverhalten und die Durchbiegung muss das Splittmaterial elastisch gebunden sein oder ungebunden mit einer zusätzlichen Sicherung gegen Verrutschen aus Pappwaben oder Lattengitter.
Für einen optimalen Schallschutz muss die Beschwerung biegeweich, also elastisch sein. Weiches Blei dämmt den Schall deutlich besser als ein Stahlblech bei gleichem Gewicht, was eine Klopfprobe bereits belegt.
Prüfungen im Rahmen von Forschungsvorhaben zeigen, dass bei einer elastischen Bindung mit Latexbinder nur etwa die halbe Masse erforderlich ist. Normgerechte Vergleichsmessungen zeigen, dass bei hydraulisch härtenden Bindemitteln ein Trittschallpegel 5 bis 7 dB schlechter ausfällt als bei einer ungebundenen bzw. elastisch gebundenen Schüttung. Das menschliche Gehör empfindet 8 dB bereits als Verdopplung bzw. Halbierung des Lärmpegels – also ein erheblicher Unterschied.
Für den Latex-Splittbinder sind unter anderem im Holzbau Handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1 „Schallschutz im Holzbau“ 42 Konstruktionsvarianten mit belastbaren, normgerecht gemessenen Werten enthalten. Darüber hinaus verfügen wir über ein Berechnungsverfahren zur rechnerischen Abschätzung der jeweiligen Konstruktion.
Grundsätzlich sind alle Gesteinsarten geeignet, sofern das Schüttgut mindestens 1,5 Tonnen je m³ aufweist, zum Beispiel Granit, Grauwacke oder Kalkstein. Der Splitt muss sauber sein, die Körnung möglichst nicht unter 5 und maximal 11.
Kleinere Korngrößen haben den Nachteil, dass durch die größere Oberfläche mehr Bindemittel benötigt wird und die Hohlräume relativ klein sind, die Schüttung insgesamt also langsamer austrocknet. Größere Korngrößen lassen sich schlechter pumpen. Verwenden Sie deshalb vorrangig 4–6 oder 4–8.
Der Splitt darf nicht nass sein, aber auch nicht künstlich getrocknet – er sollte die normale Ausgleichsfeuchtigkeit aufweisen. Für die Estrichpumpe gilt ein Verbrauch von 30 kg je m³.
Grundsätzlich soll der Splitt trocken bzw. überdacht gelagert worden sein und an der Baustelle unmittelbar vor Niederschlägen durch eine Abdeckung geschützt werden. Damit liegt die Feuchte des Splitts sicher unter 0,8 M% und der Grenzwert von < 1,8 M% beim Einbau wird sicher eingehalten, da die Feuchteerhöhung durch den Splittbinder lediglich 1,0 M% beträgt.
Nasser Splitt kann in industriellen Trocknern getrocknet werden – Trocknungsböden, Getreidetrockner, Trommel- oder Wandtrockner –, wenn es schnell gehen soll.
Ist der Splitt trotzdem einmal zu nass, ist es gegebenenfalls erforderlich, die Holzkonstruktion vor zu hoher Feuchteaufnahme durch eine Folie zu schützen. Dazu haben sich weitgehend diffusionsoffene Folien mit einem sd-Wert zwischen 0,1 und maximal 0,5 m bewährt. Sie lassen die überschüssige Feuchte langsam genug in die Rohdecke, welche sie dann parallel zum Raum hin abgeben kann.
Bevor der Estrich aufgebracht wird, ist eine Trocknungszeit einzuplanen. Sie hängt ab von Ausgangsfeuchte der Schüttung, Schüttdicke, Temperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung und ist deshalb nicht exakt berechenbar. Häufig reichen 3 bis 7 Tage bei weitgehend normgerechten Klimabedingungen aus, um die Feuchte unter 1,8 M% zu bringen. Trocknungsgeräte oder Bauheizer beschleunigen das deutlich.
Bitte halten Sie unbedingt Rücksprache mit dem Hersteller Ihrer Estrichpumpe. Es empfiehlt sich, zu Beginn die Schläuche – insbesondere im Sommer – von innen zu befeuchten.
Es kann sinnvoll sein, nicht das maximale Volumen des Mischers zu befüllen, in der Regel 0,25 m³, sondern nur ein Viertel bis die Hälfte, um eine bessere Materialförderung zu erreichen. Bei geringer Befüllung wird das Gesteinsmaterial ähnlich wie bei einem Gebläse gefördert.
Grundsätzlich lässt sich Splittmaterial der erforderlichen Körnung auch mit entsprechenden Gebläsen fördern. Dies kann bei höheren Gebäuden erforderlich werden. Schläuche mit außenliegenden Kupplungen sind solchen mit innenliegender Kupplung vorzuziehen. Leistungsfähige Pumpen und Schlauchdurchmesser von 60 bis 70 mm sind sinnvoll.
Die Durchführung einer Darrprobe ist relativ einfach. Sie entnehmen über den gesamten Querschnitt verteilt eine gewisse Menge Splitt. Je nachdem, wie präzise Ihre Waage ist, sollte die Menge gewählt werden: Bei einer Laborwaage oder guten Postwaage reichen etwa 700 bis maximal 1.000 g, bei einer weniger präzisen Waage sollten es 1.500 bis 2.000 g sein.
Füllen Sie die Menge in eine möglichst flache, trockene und temperaturbeständige Schüssel, deren Gewicht Sie vorher wiegen. Stellen Sie die Schüssel bei etwa 100 bis 120 °C in den Backofen, im Umluftbackofen etwa 2 Stunden lang. Danach wiegen Sie erneut.
Gemäß Holzbau Handbuch, Reihe 3, Teil 3, Folge 1 „Schallschutz im Holzbau“ sollte die Einbaufeuchte 1,8 M% nicht überschreiten.
Nach unseren regelmäßigen Messungen können Anhaltswerte auch mit einer Kugelkopfelektrode gemessen werden. Auch wir verwenden die Gann-Hydromette mit Kugelkopfelektrode B50. Die Elektrode wird rechtwinklig fest auf die Schüttung gehalten und nicht tief eingedrückt. Beachten Sie, dass die Messung nur bis zu einer Tiefe von etwa 40 bis 50 mm erfolgt. Messwerte um etwa 70 Digits zeigen, dass das Material im Wesentlichen abgetrocknet ist.
Bedenken Sie außerdem: Wird ein Heizestrich aufgebracht und aufgeheizt, entstehen sehr hohe Temperaturen. Sofern eine Folie untergelegt ist, kann durch das dann nach unten gerichtete Dampfdruckgefälle Feuchtigkeit aus der Splittschüttung auf der Kaltseite der Folie kondensieren. Das ist im Regelfall unkritisch und nur sporadisch.
Wenn trockener bzw. trocken gelagerter Splitt verwendet wird, kann schädliche Feuchte für die Holzkonstruktion grundsätzlich ausgeschlossen werden, da dem Splitt nur 30 kg Splittbinder je m³ zugegeben werden. Da das Bindemittel einen Festkörperanteil von fast 50 % aufweist, werden je m³ bzw. je 1.500 kg nur 15 kg Wasser zugefügt, wodurch sich die Feuchte um nur 1 % erhöht.
Da die Feuchte des Splitts bei weitgehend trockener Lagerung in der Regel deutlich unter 0,8 M% liegt, wird der Grenzwert von 1,8 M% gemäß Holzbau Handbuch stets eingehalten. Wird oberhalb der Schüttung bzw. unterhalb des später eingebrachten Estrichs eine weitgehend dampfdichte Folie eingebaut, sollte die Unterseite so diffusionsoffen sein, dass die Feuchte der Schüttung infolge Diffusion nach unten ihre Ausgleichsfeuchte erreichen kann. Das ist vor allem bei Fußbodenheizungen wichtig, um eine Kondensatbildung zu verhindern. Die Verklebung zwischen Splitt und Holzkonstruktion wirkt sich zudem akustisch positiv aus.
Die geringe kurzzeitige Feuchteerhöhung der Holzdecke ist dabei in der Regel unkritisch. Der Feuchteeintrag bei Holz-Beton-Verbunddecken, wie sie heute häufig angewendet werden, ist deutlich größer.
Muss bei Sichtholzdecken ein Durchtritt von Bindemittel sicher verhindert werden, kann ein diffusionsoffenes Schrenzpapier oder eine diffusionsoffene Folie mit einem sd-Wert < 0,1 m eingesetzt werden. Bei Brettstapeldecken sollten die vorgeschriebenen Ausgleichsfugen vorhanden sein.
Die elastisch gebundene Splittschüttung für sich ist keine Gehschicht bzw. Nutzschicht. Sie kann vorsichtig zur Weiterarbeit bei der Herstellung des gesamten Aufbaus betreten werden. Bei häufigem Begehen sind gegebenenfalls Unterlagen erforderlich.
Ein intensives Begehen der ungeschützten Schüttung durch diverse fremde Handwerker sollte vermieden werden.
Selbst Baustoffhändler führen häufig keinen geeigneten Gesteinssplitt für die industrielle bzw. handwerkliche Anwendung im Bauwesen. Optische Anforderungen wie bei Ziersplitt bestehen nicht.
Der erforderliche Gesteinssplitt wird regelmäßig im Bauwesen eingesetzt, etwa im Straßenbau sowie im Landschaftsbau. Neben Steinbrüchen und Mischwerken gibt es regionale Anbieter sowie bundesweit tätige Fachhändler für Splitt. Häufig verfügen Straßenbau- oder Landschaftsbaufirmen über preiswerte regionale Bezugsquellen.
Brauchen Sie Hilfe zur Beschaffung? Kontaktieren Sie uns gerne, wir nennen Ihnen überregionale Händler.
Je m³ Gesteinssplitt werden etwa 30 kg Splittbinder K 102 benötigt. Zur Berechnung der Splittmenge wird die Fläche mit der Dicke multipliziert. Die Bindemittelmenge ergibt sich aus der Kubikmeterzahl Splitt multipliziert mit 30 kg.
Unsere Gebindegrößen betragen 20 kg. Für größere Bestellmengen ab 1.000 kg besteht die Möglichkeit, in IBC-Containern zu je 1.000 kg zu beziehen – nur volle IBC-Container.
| Leere Schüssel | 200 g |
| Schüssel mit nassem Splitt | 2.100 g |
| Nasser Splitt | 1.900 g |
| Schüssel nach 2 Stunden bei 100–120 °C | 2.062 g |
| Getrockneter Splitt | 1.862 g |
| Wasserverlust | 38 g |
| (38 g × 100) ÷ 1.862 g | 2,04 M% |
Die Splittfeuchtigkeit betrug also 2,04 M% und liegt damit über dem Grenzwert von 1,8 M%.
Rufen Sie an oder schreiben Sie uns. Wir antworten aus der Praxis, nicht aus dem Prospekt.